Eine königliche Erfolgsgeschichte

Die ersten Aufzeichnungen über die Geschichte dieser herrlichen Thermalanlage stammen aus dem mittleren 16. Jahrhundert: Bartolomeo Viotto veröffentlichte 1552 ein Traktat über die Gewässer und Nicola Balbo zitierte in einer Denkschrift an Herzog Emanuel Philibert das Vorhandensein der „Bäder von Valdieri” (1559) und wies auf eine mögliche Nutzung der Thermalquellen hin.

Im Jahr 1575 wurde das „Tractatus de balneis Vinadii et Valderii apud Pedemontanos” von Francesco Gallina veröffentlicht, das erste Werk, das ganz spezifisch den Thermalquellen von Valdieri gewidmet war.
Studien dieser Art sollten sich in den kommenden Jahrhunderten häufen.
Die Entwicklung der chemischen Wissenschaften und das wachsende Interesse für die heilsamen Eigenschaften der Thermalquellen zeigten in der Tat die Tendenz, diese Quellen aufzuwerten, obwohl sie relativ dezentral lagen und bekanntlich nicht bequem zu erreichen waren.

Im Jahr 1588 wurde von der Gemeinde Valdieri die erste Badeanlage errichtet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage der Thermen von Valdieri weniger provisorisch und 1755 zeigten sich die ersten Schritte für eine ernsthafte Weiterentwicklung, als König Karl Emanuel III sich entschloss, die Bäder von Valdieri aufzusuchen. Anlässlich seines Besuchs wurde am rechten Ufer des Flusses Gesso ein Gebäude namens „Regio Baraccone“, also „Königsbaracke“ erbaut.

Am linken Flussufer wurden gen 1770 verschiedene weitere Bauwerke errichtet.
1794 zerstörte ein Brand fast die ganze Anlage. Der Wiederaufbau erfolgte erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In einem ersten Schritt wurde die „Karacke“ restauriert, nach 1810 dann die anderen Bauten am linken Flussufer.
Ein Bericht von 1820 bescheinigt, dass die Gebäude der Badeanlage zu großen Teilen wieder aufgebaut waren.
Die einsetzenden Kriegsgeschehnisse im Napoleonischen Krieg behinderten den weiteren Ausbau der Anlage, erst 1830 konnten die Arbeiten zum Bau einer Straße von Sankt Anna aus aufgenommen werden. Im Juli 1833 verweilte König Karl Albert vier Wochen in Valdieri.
1855 wurde eine Gesellschaft zum Ausbau der Stätte in eine Thermalanlage gegründet.

Im März desselben Jahres stimmten die Abgeordneten und Senatoren in der damaligen Hauptstadt Turin für ein Gesetz, das den Verkauf der Quellen und der zur Thermalanlage gehörenden Gebäuden an die neu gegründete Gesellschaft vorsah. In der Debatte meldete sich auch Cavour zu Wort: „Valdieri hat die meisten Heilwasser des Staates und vielleicht sogar in Europa. Um die Wahrheit zu sagen, ich weiß nicht, ob es sonstwo eine derart große Vielfalt an wirksamen Heilwassern gibt."
Im gleichen Jahr besuchte der König von Sardinien, Viktor Emanuel II, das Gesso Tal und seine Thermen. Er war derart beeindruckt von der Schönheit der Natur und von der Menge an Gemsböcken und Forellen, dass die Bürgermeister des Tales beschlossen, ihm die Jagd- und Angelrechte für den Großteil des Territoriums abzutreten, da sie die Jagd- und Angelleidenschaft des Königs kannten. Somit wurde das Gebiet zum königlichen Jagdrevier.

Die Savoier erbauten zwischen 1857 und 1870 die Sommerresidenz in St. Anna von Valdieri, die Jagdschlösser in St. Giacomo in Entraque und in Valasco. Bei den Thermen errichteten sie vier Chalets aus schweizer Buche, zwei davon - „Casa della bella Rosina” und „Casino della Caccia” - sind bis heute unversehrt und wurden komplett renoviert.
Am 10. Juli 1857 veranlasste der König Viktor Emanuel II. den Bau des heutigen Hotel Royal der Terme Reali di Valdieri.

Hier beginnt die eigentliche Geschichte dieser einmaligen Anlage. Durch kontinuierliche Restaurierungen und Modernisierungen des Hotel und der Thermen, durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Universität Mailand, um neue Behandlungsmethoden für immer mehr Krankheitsbilder und immer bessere Wellness-Anwendungen zu entwickeln, hält sich diese Anlage stets auf dem allerneuesten Stand.